Ein Leben fur den Turnsport- Johannes Göbel zum 80.

Der Name „Jannes , wie Johannes Göbel von seinen Sportfreunden gerufen wird, ist für die Freizeitturnerinnen und -turner weit über die Grenzen von Freital und Dresden hinaus ein Begriff.

Sein umfangreiches Engagement für das Gerätturnen soll anlässlich seines 80. Geburtstages gewürdigt werden, wobei nur eine Auswahl seiner Aktivitäten aufgeführt werden kann.

Seine sportliche Karriere begann als Schüler in Freital-Burgk.  Im Erwachsenenalter gehörte er zu den besten Turnern des Bezirkes Dresden.

Mit dem Studium an der DHfK Leipzig wurden die Weichen für sein berufliches Leben gestellt, in dem Turnen und Leichtathletik eine wesentliche Rolle spielen sollten. Seine ersten Sporen als Trainer verdiente er sich ab 1956 bei der BSG Einheit Burgstädt. Zwei Jahre später kehrte er in seine Heimatstadt Freital zurück und übernahm die Trainertätigkeit bei der BSG Stahl. Und nicht nur in dieser Eigenschaft hatte Johannes Göbel wesentlichen Anteil daran, dass Freital zu dieser Zeit eine Turnhochburg wurde. Mit seiner fröhlichen, aber bestimmten Art konnte er viele für den Turnsport begeistern. Aber auch den organisatorischen Aufgaben stellte er sich. Von 1960 bis 1971 war er Leiter der Sektion Gerätturnen und Gymnastik dieses Vereins und langjährig führend im Kreisfachausschuss Freital tätig. Außerhalb der Turnhalle sorgte er oft mit seiner Gitarre und dem unerschöpflichen Lieder-Repertoire für gute Stimmung.

Eines seiner Hobbys bis heute, den Turnern knifflige Aufgaben zu stellen, konnte er als Mitorganisator des „Freitaler Windbergturnens“ ausleben. Bei diesem Wettkampf wurden an vier Geräten zu Beginn des Einturnens Pflichtübungen bekanntgegeben, die dann im Wettkampf bewertet wurden. Bei den Übungen von „Jannes“ waren immer seltene Elemente dabei, die außer ihm kaum noch jemand kannte.

Sein fundiertes theoretische Wissen und die langjährige praktische Erfahrung konnte Johannes Göbel auch in größerem Rahmen einbringen. Als Mitglied der Zentralen Kommission Gerätturnen beim Präsidium des DTV der DDR war er maßgeblich an der Ausarbeitung neuer Wettkampfprogramme für den Breitensport beteiligt.

Sein beruflicher Werdegang führt ihn 1971 nach Dresden. Seine Tätigkeit als Hochschulsportlehrer an der Hochschule für Verkehrswesen (HfV) nutzte er fortan, dem Turnen im studentischen Sport die gebührende Rolle zu verschaffen. Wettkämpfe führten die Turner in dieser Zeit bis nach Bulgarien. Nach der Wende kam es zur Angliederung der HfV an die TU Dresden und Sportlehrer Göbel zog mit seinen Turnern um in die Turnhalle Nöthnitzer Str., die man bis heute als sein zweites Zuhause bezeichnen könnte.

Selbst nach seiner Pensionierung steht er ehrenamtlich den turninteressierten Studentinnen und Studenten noch mit Rat und Tat zur Seite. Parallel dazu engagiert er sich in der Abteilung Turnen des
Universitätssportvereins  und übernahm so nach und nach das Zepter in der Turnhalle. „Jannes“ gibt bis heute den Ton an. Egal ob nachmittags bei den Turnkindern oder abends bei seiner „Jahnriege“, wie er selbst die Gemeinschaft der älteren Turnerinnen und Turnern liebevoll nennt. Bei seiner Erwärmung ist niemand vor lustigen aber auch anstrengenden Überraschungen sicher. Und wenn im Training seine feste Stimme mit „ihr sei nicht zur Kur hier!“ zu hören ist, fühlt sich dieser und jener beim Schwätzchen erwischt.

Ständig ist er auf der Suche nach neuen Ideen, das Gerätturnen vor allem im Freizeitbereich attraktiv zu machen. So hat er mit dem „Turnen vor und jenseits der 50“ sowie der „Dresdner Turnpokalrunde“ zwei Traditionswettkämpfe ins Leben gerufen. Mehrmals im Jahr treffen sich die Hobbyturner in und rund um Dresden zum freundschaftlichen Wettstreit und geselligen Beisammensein. Der TU-Pokal als Teil dieser Wettkampfserie wird in diesem Jahr zum 27. Mal vergeben.

Nicht vergessen werden darf an dieser Stelle seine  Kampfrichtertätigkeit.  Vor wenigen Wochen wurde er beim Weinberg-Pokal in Pesterwitz für seinen 675. Kari- Einsatz geehrt. Ob bei regionalen Meisterschaften oder bundesweiten Traditionswettkämpfen, wie z.B. dem Friedrich- Ludwig-JahnTurnfest in Freyburg, Johannes Göbel gehörte stets am Kampfrichtertisch dazu.  Als über 70- jähriger hat er sich noch einmal die neuen Wertungsbestimmungen angeeignet und kam auch bei Deutschen Seniorenmeisterschaften zum Einsatz.

Und nicht zuletzt setzt er eine weitere Leidenschaft umfassend für den Turnsport ein: seine journalistische Tätigkeit. Seit Jahrzehnten füttert er die regionalen Zeitungen mit Berichten und Ergebnissen vom Gerätturnen und trägt damit entscheidend für die Wahrnehmung dieser Volkssportart in der Öffentlichkeit bei. Viele Jahre war er in der Turnbezirksleitung Dresden und beim Sächsischen Turnverband als Pressewart tätig, unzählige Artikel in der Fachzeitschrift des STV stammen von ihm.

Im Namen der großen Turngemeinschaft wünschen wir Johannes noch viele schöne Jahre im Kreise seiner Sportfreunde und seiner Familie.

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